"Die Bundesliga ist Adrenalin pur"

Alexander Nouri im Interview

Interview
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Alexander Nouri führte die Grün-Weißen in der vergangenen Saison vom letzten Tabellenplatz auf Rang acht. Im Interview spricht er über seine Werder-Zeit als Spieler, beeindruckende Erlebnisse im Iran und die Ziele für die bevorstehende Spielzeit.

WERDER MAGAZIN: Ihre erste Sommervorbereitung mit der Bundesliga-Mannschaft neigt sich dem Ende entgegen – wie war es bisher?

Alexander Nouri: "Sehr gut. Wir haben von Beginn an gut gearbeitet. In den ersten Wochen war es wichtig, die physischen Grundlagen zu schaffen, die Basis zu legen. Aber auch in diesen intensiven Einheiten haben wir bereits viele Inhalte transportiert. Das konnte man in den ersten Testspielen erkennen." 

WERDER MAGAZIN: Welche Fußball-Philosophie versuchen Sie der Mannschaft zu vermitteln?

Alexander Nouri: "Es geht nicht so sehr um meine Philosophie. Es ist wichtig, das gemeinsam mit den Spielern zu erarbeiten. Eine überragende Philosophie, zum Beispiel mit Kurzpassspiel und ‚hohem Pressing‘, bringt nichts, wenn man nicht die entsprechenden Spieler hat, zu denen diese Philosophie passt. Es geht darum, das Beste aus jedem Spieler herauszuholen und so im Team zusammenzubringen, dass auf dem Platz der größtmögliche Erfolg gelingt. Dabei wollen wir eine hohe Präsenz aufs Spielfeld bringen. Denn für den Schwerpunkt unserer Arbeit, nämlich die Defensivorganisation weiter zu verbessern, ist das die Grundlage. Kompakt stehen, nahe am Gegenspieler sein – dafür muss man viel Laufarbeit leisten."

WERDER MAGAZIN: Was bedeutet es für die Mannschaft, dass mit Clemens Fritz und Claudio Pizarro die beiden erfahrensten Spieler der vergangenen Saison nicht mehr dabei sind?

Alexander Nouri: "Beide kann man nicht 1:1 ersetzen. Sie haben die vergangenen Jahre des SV Werder erheblich mit geprägt, sind große Persönlichkeiten. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir viele Spieler haben, die eine Führungsrolle und Verantwortung übernehmen können und dies in der vergangenen Saison auch schon gezeigt haben."

WERDER MAGAZIN: Es gibt einige Neue im Team. Warum haben Sie sich für diese Spieler entschieden?

Alexander Nouri: "Jiri Pavlenka hat eine sehr gute Saison bei Slavia Prag gespielt, ist mit seinem Team Tschechischer Meister geworden. Er ist Nationaltorwart und hat viele sportliche Argumente geliefert, die uns überzeugt haben. Ludwig Augustinsson auf der linken Seite ist sehr laufstark, professionell, hat einen extrem starken Willen, eine gute Mentalität. Er ist insgesamt ein guter Fußballer, beherrscht das Kombinationsspiel und schlägt starke Flanken. Auch Jérôme Gondorf ist ein Spieler mit toller Mentalität, der sehr viel für die Mannschaft arbeitet. Dazu ein Mann für Standardsituationen, der sehr gut in unser System passt."

WERDER MAGAZIN: Wie hat sich Yuning Zhang bisher präsentiert?

Alexander Nouri: "Er ist sehr talentiert, noch sehr jung, weckt bei uns aber viel Fantasie. Jedes Training und jede Einsatzminute werden ihn voranbringen. Wir wollen ihn weiterentwickeln und wissen, dass wir dabei etwas Geduld haben müssen."

WERDER MAGAZIN: Die ist sicher beidseitig auch bei Nachwuchstorhüter Luca Plogmann gefordert?

Alexander Nouri: "Er hat sich toll entwickelt. Jetzt bei uns dabei zu sein und Erfahrungen zu sammeln, ist für Luca eine sehr gute Sache, um die nächsten Schritte zu machen. Beim Testspiel in Osnabrück hat er eine Halbzeit lang gespielt, kein Gegentor kassiert und seine Sache sehr gut gemacht. Das wird ihm Selbstvertrauen geben. Es gehört zu unserem Weg, jungen Spielern aus unserem Leistungszentrum eine Perspektive aufzuzeigen."

WERDER MAGAZIN: Sie sind in der spielfreien Zeit in den Iran gereist, das Heimatland Ihres Vaters. Mit welchen Eindrücken sind Sie zurückgekehrt?

Alexander Nouri: "Die unglaubliche Wärme und Herzlichkeit, die die Menschen dort ausstrahlen, und die große Aufmerksamkeit, die Werder Bremen und unserer Arbeit dort zuteil wird, habe ich in dieser Form nicht erwartet. Viele unserer Spiele werden live gezeigt, unsere Spieler sind bekannt, die Ergebnisse. Das hat mich sehr beeindruckt. Und ich habe gespürt, dass sich die Menschen mit mir und den Werten, die ich verkörpere, identifizieren und dass man ihnen durch die Kraft des Sports positive Botschaften zukommen lassen kann. Das ist ein großes Geschenk. Daher war es eine Reise, die mich wieder einmal sehr bereichert hat. Es war nicht Ihre erste dorthin."

WERDER MAGAZIN: Wie nah ist Ihnen dieses Land?

Alexander Nouri: "Mein Interesse, mehr über das Land zu erfahren, war immer groß. Durch die aktuelle Reise…"

Das komplette Interview gibt es im aktuellen WERDER MAGAZIN SPEZIAL (Nr. 332). Vereinsmitglieder des SV Werder erhalten das Magazin wie gewohnt per Post oder als E-Paper. Es ist zudem für 3,50 € in der WERDER Fan-Welt (auch online unter www.werder-fanwelt.de) und im Zeitschriftenhandel im Werder-Land erhältlich.

WM 332 – WERDER MAGAZIN SPEZIAL

Die große Saisonvorschau 2017/2018: Auf 100 Seiten wird unter anderem die Bundesliga-Mannschaft vorgestellt. Dazu gibt es einen Überblick über die Sportabteilungen und große Interviews mit Werders Geschäftsführern Klaus Filbry, Frank Baumann und Dr. Hubertus Hess-Grunewald sowie Cheftrainer Alexander Nouri, der über seine Werder-Zeit als Spieler, beeindruckende Erlebnisse im Iran und die Ziele für die bevorstehende Spielzeit spricht.

WM 331 – WERDER MITGLIEDER-MAGAZIN

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WM 330 – WERDER MITGLIEDER-MAGAZIN

Thomas Delaney will beim SV Werder mehr als nur Fußball spielen. Er will heimisch werden, den Verein kennenlernen, alles wissen. Also lud die Redaktion des WERDER MAGAZIN den Dänen zum Besuch des WUSEUM ein.

WM 329 – WERDER MAGAZIN SPEZIAL

Die große Saisonvorschau 2016/2017: Auf 100 Seiten wird unter anderem die Bundesliga-Mannschaft vorgestellt. Dazu gibt es einen Überblick über die Sportabteilungen und große Interviews mit Cheftrainer Viktor Skripnik sowie den Geschäftsführern der Grün-Weißen, darunter Frank Baumann, der über seine neue Arbeit als Geschäftsführer Sport berichtet.

WM 328 – WERDER MITGLIEDER-MAGAZIN

"Wir wollen vorwärts kommen"

 Werders Aufsichtsratsvorsitzender Marco Bode blickt im großen Interview auf die Saison zurück, erklärt die Entscheidungen der vergangenen Wochen und verrät, was ihn im Leben antreibt.