Ein gewonnenes Unentschieden

Die Stimmen zur Partie in Gladbach

Werder zeigt gegen die Borussia Comeback-Qualitäten (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 03.03.2018 // 00:52 Uhr

Aus Mönchengladbach berichten Niklas Behrend, Daniel Gerdes und David Steinkuhl

Mit 0:2 ging der SVW in Mönchengladbach in die Halbzeit. Ein Ergebnis, das schon zu diesem Zeitpunkt nur sehr bedingt den tatsächlichen Kräfteverhältnissen auf dem Platz entsprach. Werder verpasste den Start in das Duell am Freitagabend und kehrte im zweiten Durchgang beeindruckend zurück. Am Ende steht ein Unentschieden, das ein Sieg der Moral ist und sich besser anfühlt als jene gegen Mainz oder Hoffenheim und trotzdem auch "nur" einen Punkt bringt. Dennoch war in der anschließenden Mixed-Zone bei allen grün-weißen Akteuren neben einer großen Portion Erleichterung und einem gewissen Maß Selbstkritik auch ein bisschen Stolz über die gezeigte Moral zu spüren.

Zum Spielverlauf:

Florian Kohfeldt: „Die erste Halbzeit war nicht gut von uns. Die beiden Gegentore sind sehr unglücklich gefallen, aber wir haben nicht so schlecht gespielt, wie das Ergebnis es vermuten ließ. Für die zweiten 45 Minuten haben wir umgestellt und dann mehr nach vorne geworfen. Das haben die Jungs super gemacht. Trotzdem bin ich nicht vollständig zufrieden. Im ersten Abschnitt haben wir die Gladbacher Innenverteidiger nicht so anlaufen können, wie wir es vorhatten. Nach dem Seitenwechsel hat es dann deutlich besser geklappt. Unsere linke Seite hat mir sehr gut gefallen, auf rechts hatten wir anfangs zu wenig Zugriff. Wir haben spielerische Lösungen und Kampf gebraucht, um hier etwas mitzunehmen. Stand jetzt haben wir drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, Mainz und Wolfsburg können morgen nachziehen. Insgesamt ist es aber ein wichtiger Punkt für uns gegen eine Gladbacher Mannschaft mit hoher Qualität.“

Thomas Delaney: „In den ersten 15 bis 20 Minuten waren wir sehr unzufrieden. Da waren wir noch nicht so ganz auf dem Platz. Dann haben wir uns Stück für Stück in die Partie gearbeitet. Wir haben großes Vertrauen in uns als Mannschaft und das haben wir vor allem im zweiten Durchgang gezeigt und uns für den Aufwand belohnt. Aron hat den Torriecher, das hat er heute gezeigt."

Frank Baumann: „Wir haben immer den Anspruch zu gewinnen, auch gegen Mannschaften wie Gladbach. In der ersten Halbzeit ist das weniger gut gelungen. In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann gesteigert und auf den Ausgleich gedrängt.“

Ludwig Augustinsson: „Der Rückstand war erstmal ein Schock, das hatten wir uns ganz anders vorgestellt. Die erste Halbzeit war insgesamt nicht gut von uns. Die zweite Halbzeit war dann deutlich besser. Mit ein bisschen Glück hätten wir sogar noch das dritte Tor machen können. Die Chancen waren da."

Milos Veljkovic: „Ein Kompliment an die Mannschaft. Jeder wusste zu jedem Zeitpunkt des Spiels, was zu tun war. Der Trainer gibt uns Selbstvertrauen, wir hören auf ihn und sind uns unserer Fähigkeiten bewusst. Die haben wir vor allem in der zweiten Halbzeit auch auf den Platz gebracht.“

Marco Friedl: „In der Halbzeit haben wir das angesprochen, was im ersten Abschnitt nicht so gut geklappt hat. In der zweiten Hälfte waren wir dann die klar spielbestimmende Mannschaft.“

Zur Aufholjagd:

Viel Kampf im dichten Gladbacher Schneetreiben (Foto: nordphoto).

Florian Kohfeldt: „Wir haben Moral bewiesen und spielerische Qualität gezeigt. Das ist der Spirit der Mannschaft. Ich habe zu ihnen gesagt, dass wenn ein Tor fällt, wir wieder voll im Spiel sind. Alle auf dem Platz haben zusammen versucht, das umzusetzen. Ein großes Lob auch an unsere Analysten und die Co-Trainer. Die Eckenvariante war tatsächlich einstudiert. Milos hat das gut gemacht und Thomas Umsetzung war hervorragend. Schulbuchmäßig mit der Schulter (lacht). Es wäre vermessen, zu sagen, dass wir hier hätten gewinnen müssen, aber der Punkt ist hochverdient.“

Thomas Delaney: „Also, natürlich freuen wir uns über den Punkt und das war ein klasse Comeback von uns heute, aber wir haben gerade in der ersten Halbzeit einige Fehler gemacht. Das werden wir genauso analysieren. Trotzdem gibt es auch Unentschieden, die sich schlechter anfühlen.“

Frank Baumann: „Florian hat der Mannschaft in der Halbzeit klar und deutlich gemacht, dass hier noch alles drin ist. Das hat die Mannschaft dann sehr gut umgesetzt.“

Aron Johannsson: „Mönchengladbach ist eine sehr gute Mannschat, ein großer Gegner. Deswegen können wir schon ein bisschen stolz sein, so zurückgekommen zu sein, aber es ist trotzdem nur ein Punkt. Ich kann trotz meines Tores nicht ganz glücklich sein. Ich hätte gerne noch das zweite gemacht.“

Zu den Witterungsbedingungen:

Thomas Delaney: "Also, ehrlich gesagt, meine Füße fühlen sich an wie Eisklumpen. Das ist schon nicht so ganz angenehm, gehört aber mit dazu. In der ersten Halbzeit war das kein großes Problem, in der zweiten wurde der Ball immer langsamer.“

Ludwig Augustinsson: "Nur weil ich aus Skandinavien komme, heißt das nicht, dass ich es so kalt mag, um Fußball zu spielen. Es war sehr, sehr kalt."

Marco Friedl: „Nach der Auswechslung habe ich gedacht, dass meine Füße eingefroren sind, aber der Gegner hatte dieselben Probleme.“

Zur Unterstützung der Fans:

Die Werder-Fans wurden für ihre bedingungslose Unterstützung mit einer tollen Moral ihres Teams belohnt (Foto: nordphoto).

Florian Kohfeldt: „Die Fans waren wie immer sensationell. Teilweise waren sie sogar lauter als die Gladbach-Fans, das war ein riesen Plus für uns.“

Marco Friedl: „Die Unterstützung der Fans war überragend. Sie machen Auswärtsspiele zu Heimspielen.“