"Wäre hilfreich, wenn wir mehr auf unsere Wortwahl achten"

Werder-Podcast Spezial: Frauen im Fussball - 5 Geschichten zum Weltfrauentag

Zum Weltfrauentag blickt der WERDER PODCAST auf 5 Geschichten von Frauen im Profi-Fußball (Archivfoto: nordphoto).
Podcast
Montag, 08.03.2021 / 16:52 Uhr

Von Yannik Cischinsky

Klischees, Sexismus, überholte Rollenbilder. Jedes Jahr am 08. März macht der Internationale Frauentag weltweit darauf aufmerksam, dass es noch ein weiter Weg bis zur Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann ist. Besonders im Profi-Fußball. Die Bundesliga ist eine Männerdomäne. Nach wie vor. Zum Weltfrauentag widmet sich der WERDER PODCAST deshalb in einer Spezialfolge fünf Frauen, die einen wichtigen Einblick in ihre Erfahrungen aus Arbeitswelt, aktiver Fanszene, medialer Berichterstattung und Leistungssport geben. 

Marita Hanke

Portrait von Marita Hanke.
Marita Hanke wurde die erste Pressesprecherin in der Bundesliga (Foto: WERDER.DE).

Marita Hanke war 1994 die erste Praktikantin beim SV Werder – und später die erste Pressesprecherin in der Fußball-Bundesliga. Heute arbeitet sie als Managerin Medienorganisation und interne Kommunikation bei den Grün-Weißen. „Es sind blöde Sprüche gefallen, aber die habe ich nicht als sexistische Angriffe empfunden oder als absolut verletzend - vielleicht, weil ich auch schon etwas älter war und kein Jungspund mehr. Ich habe damals nonchalant darüber hinweggesehen, es mit einem Augenrollen abgetan. Vielleicht war das ein Fehler. In der heutigen Zeit wird da anders mit umgegangen.“ Um die Spieler früher aus der Kabine zum Interview zu lotsen, brauchte sie einen Mittelsmann: den Zeugwart.

Marie-Luise Eta

Marie-Luise Eta im Portrait.
Marie-Luise Eta wurde die erste hauptamtliche Trainerin im WERDER Leistungszentrum (Foto: WERDER.DE).

Marie-Luise Eta wechselte vor zweieinhalb Jahren von den Werder-Frauen als erste hauptamtliche Trainerin ins WERDER Leistungszentrum. Gerade in der Anfangszeit reagierten ihre Trainerkollegen „total überrascht“, wie die 29-Jährige berichtet: „Ich wurde oft gefragt, wo denn der Cheftrainer sei oder ob ich die Physiotherapeutin wäre.“ Bei Werder trainiert die frühere Kapitänin der Werder-Frauen die männliche U14. Ob beim Freizeitkick oder an der Seitenlinie bei den Punktspielen ihres Teams erlebt sie auch heutzutage Ressentiments. „Ich glaube, es wäre hilfreich, wenn wir insgesamt mehr auf unsere Wortwahl achten und uns ein bisschen mehr Gedanken darüber machen, was wir sagen.“

Kirsten König

Portrait von Kirsten König.
Kirsten König ist Sicherheitsbeauftragte beim SV Werder (Foto: Heidmann).

„Wahrscheinlich bist du eine Spielerfrau oder wie bist du sonst an deinen Posten gekommen?“ Sprüche wie diese musste sich Kirsten König am Spieltag schon häufiger anhören. Seit 2018 ist die studierte Juristin Sicherheitsbeauftragte beim SV Werder Bremen, als nur eine von zwei Frauen in dieser Funktion in der Bundesliga. Mit Blick auf weibliche Führungskräfte in der Bundesliga und den immer noch männerdominierten Profi-Fußball sagt die 38-Jährige: „Es ist nicht so, dass es die weiblichen Fachkräfte nicht gäbe. Man sieht sie nicht, weil man nicht genau hinschaut.“

Pascale Ciesla

Sportjournalistin Pascale Ciesla im buten un binnen sportblitz-Studio.
Pascale Ciesla hat ihren Traum, Sportjournalistin zu werden, realisiert (Foto: Radio Bremen).

Der Berufswunsch stand bei Pascale Ciesla schon als Kind fest: Sportjournalistin. „Mich haben alle belächelt, aber ich habe mir gedacht: Lächelt ihr mal. Irgendwann werde ich sagen: Ich habe es geschafft und ihr?“, erinnert sie sich an ihre Schulzeit. Als Volontärin begann sie in den 1990er-Jahren bei „ran Sat.1 – die Fussball-Show“, lernte dort andere Frauen im Sportjournalismus wie Gabi Papenburg und Monika Lierhaus kennen, seit rund 20 Jahren berichtet sie in der Sportredaktion von Radio Bremen über Werder. Schlechte Erfahrungen hat die „Sportblitz“-Moderatorin in ihrer Laufbahn kaum gemacht. „Natürlich musstest du dich damals viel, viel mehr beweisen, um überhaupt eine Chance zu bekommen, aber ich hatte dennoch von Anfang an das Gefühl, auch Anerkennung und Förderung zu bekommen.“

Greta Rinast

Fanin Greta Rinast vor dem wohninvest WESERSTADION.
Greta Rinast engagiert sich in der Fanszene (Foto: privat).

Greta Rinast ist aktiv in der Bremer Fanszene. 2018 war sie Koordinatorin der Ausstellung „Fan.Tastic Females“, die auch im WUSEUM stattfand. Im Arbeitskreis „Awareness“ arbeitet sie daran mit, gemeinsam mit dem Verein eine Awareness-Struktur zu etablieren. Rinast: „Sie zielt nicht auf professionelle Strukturen ab, die sich um konkret betroffene Personen kümmert, sondern dass es auch eine Kultur der Aufmerksamkeit für die Grenzen anderer Personen gibt“. Denn: noch immer sind sexistische oder übergriffige Vorfälle im Stadion an der Tagesordnung. „Ich finde es fürchterlich, wenn andere Werder-Fans im eigenen Stadion mich anfassen; wenn ich mich durch die Reihen in der Ostkurve quetsche und plötzlich fremde Hände am Hintern spüre, von denen man nicht weiß, wo die herkommen.“

Die neuste Folge des „Werder-Podcasts“ - dem Audio-Medium in der grün-weißen Online-Familie und präsentiert von Haake Beck – ist eine Spezialfolge anlässlich des Weltfrauentages. Wir haben mit fünf Frauen gesprochen, die zu Vorreiterinnen in einer von Männern dominierten Branche wurden. Die neue Episode gibt es auf dem offiziellen Soundcloud-Profil, dem iTunes-Account, dem Spotify-Kanal und der Deezer-Page des SV Werder. Hört unbedingt mal rein! 

 
Die Grafik "Hol dir den Pod"

Kontakt

Ihr habt Fragen, Anregungen oder wollt einfach beim "Werder-Podcast" - präsentiert von Haake-Beck - dabei sein? Dann schickt uns eine E-Mail oder teilt eure Meinung bei Twitter und Co. mit. 

Mail: podcast@werder.de
Hashtag: #werderpodcast
WhatsApp: 0174 6683808

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