Stolz und zufrieden

Martin Kobylanski im Interview

22 Mal jubelte Martin Kobylanski für Werders U 23 (Foto: nordphoto).
U23
Donnerstag, 01.02.2018 // 16:50 Uhr

Das Interview führte Marcel Kuhnt

Es ist nicht seine erste Rückkehr an die Weser, bereits im letzten Jahr stand Martin Kobylanski mit seinem jetzigen Klub Preußen Münster im Stadion "Platz 11" auf dem Platz. Die damalige Partie war eine von insgesamt nun 40 Einsätzen im Trikot der Preusen. Der 23-Jährige kann neben den Spielen für Münster auch auf einige Partien im Trikot der Grün-Weißen zurückblicken. Neben den 55 Spielen für Werders U 23 spielte er auch achtmal für die Bundesliga-Mannschaft. Und darauf ist er mächtig stolz, wie er im Interview mit WERDER.DE sagt: "Andere träumen davon, überhaupt einmal in ihrem Leben dort spielen zu dürfen, von daher bin ich sehr stolz, dass ich diese Spiele für Werder machen durfte."

WERDER.DE: Am Dienstag habt ihr Rot-Weiß Erfurt zuhause deutlich mit 5:0 schlagen können. Läuft es jetzt wieder?

Martin Kobylanski: „Ich denke, das kann man so sagen. Mit unserem neuen Trainer Marco Antwerpen haben wir als Mannschaft wieder richtig Schwung bekommen. Jeder will sich vor seinen Augen beweisen und das führt dann zu solchen Leistungen. Aktuell haben wir mit zwei Heimsiegen hintereinander eine kleine Serie gestartet und bekommen so immer mehr Selbstvertrauen.“

Konnte in dieser Saison bereits achtmal treffen (Foto: nordphoto).

WERDER.DE: Siege gegen Konkurrenten im Abstiegskampf wie es Erfurt ist, sind dann natürlich nochmal etwas mehr wert.

Martin Kobylanski: „Genau, deswegen wollen wir am Samstag jetzt auch Werder schlagen. Dann würden wir noch besser dastehen. Das wird aber definitiv kein Selbstläufer, aber wenn wir uns darauf besinnen, was wir gegen Erfurt gezeigt haben, bin ich mir sicher, dass es ein spannendes und gutes Spiel geben wird.“

WERDER.DE: Das Hinspiel hat Werder mit 1:0 gewonnen. Was muss aus eurer Sicht besser laufen als Anfang August?

Martin Kobylanski: „Im Hinspiel hatten wir viele hochkarätige Chancen, auch ich selbst. Tobias Duffner hat damals einfach sehr gut gehalten. Wie es eigentlich geht, haben wir ja jetzt gegen Erfurt bewiesen.“

WERDER.DE: Persönlich hast du es am Dienstag ja auch schon deutlich besser gemacht und doppelt getroffen, auf deinem Konto stehen bereits acht Saisontore. Bist du zufrieden mit deiner Leistung in dieser Spielzeit?

Martin Kobylanski: „In erster Linie schaue ich auf die Mannschaft. Wir hatten uns mehr vorgenommen, als es die jetzige Situation darstellt. Ich persönlich freue mich natürlich über jedes Tor und wenn das dem gesamten Team weiterhilft, dann mache ich das natürlich gerne.“

WERDER.DE: Das ein oder andere Mal hatten deine Treffer aber schon die Marke „Traumtor“ verdient. Ist dir eins davon in besonderer Erinnerung geblieben?

Martin Kobylanski: „Ja, das Tor gegen Meppen, was auch bei der Sportschau als ‚Tor des Monats‘ zur Wahl stand, sticht da vielleicht etwas heraus. Das werde ich mir in Zukunft vielleicht auch noch das ein oder andere Mal öfter anschauen, so oft passiert so etwas ja nicht.“

Mein Bundesligadebüt zu feiern und dann auch noch in der Startelf im Nordderby zu stehen, ist unvergesslich.
Martin Kobylanski

WERDER.DE: Auch, wenn du in der letzten Saison mit Münster schon im Stadion ‚Platz 11‘ zu Gast warst und es nun also deine zweite Rückkehr hierhin ist: Freust du dich immer noch wieder hierhin zu kommen?

Martin Kobylanski: „Klar, ich komme immer wieder sehr gerne in Bremen und bei Werder vorbei. Ich kenne noch viele Gesichter von damals, auf deren Wiedersehen ich mich freue. Außerdem bin ich auch wegen meiner Freundin des Öfteren in Bremen, weil sie dort herkommt.“

WERDER.DE: Oelschlägel, Manneh, Kazior, Eggersglüß, Verlaat, Jacobsen – es sind ja auch noch einige Jungs dabei mit denen du zuletzt, also in der Hinrunde 2015/16, noch zusammengespielt hast.

Martin Kobylanski: „Einige sind noch dabei, das stimmt. Andersherum ist es der Philosophie einer zweiten Mannschaft geschuldet, dass die Fluktuation im Team doch relativ groß ist. Auf die Jungs, die noch da sind, freue ich mich aber natürlich sehr.“

WERDER.DE: Hast du zu irgendjemanden noch besonderen Kontakt?

Martin Kobylanski: „Ja, aber eher zu den Leuten aus meinem Jahrgang oder einem Jahrgang jünger, mit denen ich teilweise auch schon in der U 19 zusammengespielt habe. Michael Zetterer, Florian Grillitsch, Davie Selke oder Marcel Hilßner fallen mir da beispielsweise ein. Mit den Jungs tausche ich mich immer noch regelmäßig aus.“

Feierte sein Startelf-Debüt im Nordderby: Martin Kobylanski (Foto: nordphoto).

WERDER.DE: Erinnerst du dich eigentlich noch an dein Startelfdebüt in Werders Bundesligamannschaft?

Martin Kobylanski: „Klar, das werde ich bestimmt nie vergessen. Überhaupt mein Bundesligadebüt zu feiern und dann auch noch in der Startelf im Nordderby zu stehen, ist unvergesslich. Ich hätte mir nichts Schöneres aussuchen können als mein Debüt in so einem Spiel zu geben – außer es wäre im Weser-Stadion gewesen. Aber dafür haben wir ja 2:0 gewonnen. Da werde ich sicherlich auch noch meinen Kindern von erzählen.“

WERDER.DE: Bist du traurig, dass es am Ende dann nur acht Bundesligaspiele für Werder geworden sind?

Martin Kobylanski: „Ich fand es natürlich schade und es ist nicht ganz so gelaufen, wie ich mir das anfangs ausgemalt hatte. Das hatte mit Trainerwechseln zu tun, mit meiner Leihe zu Union Berlin, da ging vieles hin und her. Aber so ist eben der Fußball, da bin ich ja bei Weitem kein Einzelfall. Die Karriere eines Profifußballers ist vergleichsweise kurz, deshalb sollte man all das genießen, was man mitbekommen hat. Für mich waren es jetzt vielleicht nur acht Bundesligaspiele. Andere träumen aber davon, überhaupt einmal in ihrem Leben dort spielen zu dürfen, von daher bin ich sehr stolz, dass ich diese Spiele für Werder machen durfte. Zudem bin ich außerordentlich zufrieden mit meiner jetzigen Situation hier in Münster und sollte der Vergangenheit deshalb nicht allzu lange nachtrauern.“

WERDER.DE: Zwischenzeitlich hast du in Danzig gespielt, bist von dort dann im Sommer zurück nach Münster gegangen. War die Nähe zur Heimat einer der Beweggründe wieder nach Deutschland zu kommen?

Martin Kobylanski: „Unter anderem, ja. In Polen ist nicht alles optimal gelaufen und ich hatte mir mehr erhofft. Dazu wusste ich, was mich in Münster erwartet, weil ich alles schon kannte. Der Weg von hier nach Bremen oder Hamburg, wo meine Freundin studiert, ist auch nicht allzu weit. Es ist immer etwas einfacher, wenn man in der Nähe seiner Familie lebt.“  

WERDER.DE: Mit Benno Möhlmann hattet ihr vorher einen erfahrenen Zweitligatrainer, jetzt ist mit Marco Antwerpen einer der jungen, aufstrebenden Generation am Ruder. Wo ist da der Unterschied?

Martin Kobylanski: „Benno Möhlmann habe ich sehr viel zu verdanken. Er hat mir die Möglichkeit gegeben, wieder nach Deutschland zurückzukehren und mir dann auch das Vertrauen geschenkt, mich spielen zu lassen. Es ist schade, dass er jetzt weg ist, aber so läuft halt das Geschäft. Marco Antwerpen bringt uns viele gute Sachen bei. Er hat eine klare Philosophie, die schon deutlich zu erkennen ist und diese neuen Impulse bringen uns im Moment nachweislich den Erfolg zurück.“