Ein durchgängiger Plan

Vander & Klon über das Torwartkonzept beim SV Werder
Die Torwart-Ausbildung beim SVW wird ganzheitlich gedacht (Foto: WERDER.DE).
Junioren
Donnerstag, 28.11.2019 / 17:23 Uhr

Von Marcel Kuhnt

Paraden, Strafraumbeherrschung, Stellungsspiel: Das Torwartspiel gehört zu den komplexesten Aufgaben im Fußball. Egal, ob im Herren- oder im Jugendbereich wird der Schlussmann vor die unterschiedlichsten Herausforderungen gestellt. Um die Spieler optimal vorzubereiten, vertraut der SV Werder Bremen bei der Ausbildung auf sein eigens entwickeltes Konzept. „Unser Torwartspiel besteht aus mehreren Prinzipien, die je nach Spielsituation greifen und die Charakteristik des Torwartspiels beim SV Werder darstellen“, erklärt Christian Vander, Koordinator Torwarttraining bei den Grün-Weißen, gegenüber WERDER.DE.

Damit ein einheitliches Bild entsteht, werden jene Prinzipien bereits in den Jugendteams des WERDER Leistungszentrums angewendet. Immer angepasst an die jeweiligen physischen Fähigkeiten des Spielers. „Die Inhalte, die wir mit einem Torwart der Bundesliga-Mannschaft erarbeiten, können selbstverständlich nicht auf einen U12-Torhüter angelegt werden. Dennoch haben wir in den einzelnen Jahrgängen unsere Schwerpunkte in abgewandelter Form im Training integriert. Je älter die Jungs werden, desto mehr können wir ins Detail gehen“, so Vander weiter, der auch im Werder-Podcast ausführlich über das Thema spricht.

Klon: "Die Werder-Identität leben"

Manuel Klon ist für die Torhüter im WERDER Leistungszentrum verantwortlich (Foto: WERDER.DE).

Neben Christian Vander hat Manuel Klon, leitender Torwarttrainer im WERDER Leistungszentrum, das Torwartkonzept beim SVW mitgestaltet. Er ist zusammen mit U19-Torwarttrainer Michael Jürgen dafür verantwortlich, dass die Leitlinien in den U-Mannschaften der Grün-Weißen angewendet werden. „Unsere Ausbildungsinhalte leiten sich aus dem Anforderungsprofil des Bundesliga-Fußballs ab. Wir wollen im Training wiederholt spielnahe Abläufe setzen, die wir im Wettkampf sehen wollen. Das betrifft alle Ebenen, sprich technisch, taktisch sowie mental, die wir im Anschluss analysieren“, so Klon, der ergänzt: „Durch den gesamten Aufbau unserer Struktur können wir den Jungs unsere Spielidee besser greifbar machen. Mit dem klaren Ziel, jahrgangsübergreifend auszubilden und altersstufengerecht zu trainieren. Damit am Ende, egal ob bei jung oder alt, ein Torwart in unserem Trikot die Werder-Identität lebt.“

Eine Identität, die in jeder einzelnen Trainingseinheit geformt wird. Ein besonderes Highlight im Trainingskalender stellt dabei der Werder Bremen Torwarttag dar (zum YouTube-Video), bei dem das durchgängige Ausbildungskonzept offensichtlich wird und an dem alle Torhüter gemeinsam trainieren. Grundsätzlich bedeutet die Torwartausbildung beim SVW, dass jeder Spieler eine sehr individuelle Betreuung in enger Verknüpfung zum Gesamtkontext – wie Schule, weiteren individuellen Einheiten und vor allem dem Mannschaftstraining – erhält. Genau so, wie es die Schlussmänner der Bundesliga-Mannschaft erfahren. Dabei trainieren die Torhüter ihre „spezifischen Fähigkeiten und spulen nicht nur Übungen ab.“

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Ihnen wird in jeder Einheit das „Werkzeug, das ein Werder-Torhüter benötigt, an die Hand gegeben“, wie Manuel Klon bildlich darstellt: „Wir sprechen in der Ausbildung gerne von einer Werkzeugkiste, die wir versuchen zu füllen. Die Jungs erlernen die Techniken und taktischen Verhaltensweisen im Training, um das bestmögliche Resultat im Wettkampf zu erhalten.“

Doch ab wann macht es Sinn einen Spieler das Torwartspiel beizubringen? Auf diese Frage gibt es nicht die eine Antwort. Es geht eher darum, im jungen Alter zu erkennen, ob ein Spieler das gewisse Bewegungstalent mitbringt, das einen Torwart ausmacht. „Im Altersbereich U10 oder U11 gibt es Jungs, die gerne mal durch das Tor fliegen. Das ist schon mal eine gute Grundvoraussetzung, die aber nicht bedeutet, dass ein Spieler für das Tor gemacht ist“, beschreibt Vander, der Spielern auch im späteren Alter eine Torwartkarriere zutraut. Jedoch ist eine frühe Spezialisierung durchaus förderlich, wie Manuel Klon hinzufügt: „Andere Individualsportarten zeigen, dass frühe Kenntnisse von Grundlagen niemandem schaden.“

Ob nun auf der Position des Torhüters oder bei den Feldspielern – Geduld ist ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung von Talenten. Und diese gibt es im WERDER Leistungszentrum durchaus. „Wir haben einige Jungs mit großem Potential, die wir Schritt für Schritt voranbringen wollen. Doch bei jedem Talent oder auch erarbeiteten Konzept ist eines wichtig. Die richtige Periodisierung und der Einsatz der Schwerpunkte wird durch die Entwicklung der Spieler gesetzt“, sagt Christian Vander.

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